
Sie ist das „musikalische Herzstück“ der Lutherkirche in Bad Harzburg – die 1903 im Stil der Spätromantik erbaute Sauer-Orgel. Doch das Instrument hat unter der aufwendigen Sanierung im Kirchenschiff in den vergangenen Jahren gelitten und muss dringend gereinigt werden. Ein finanzieller Kraftakt für die Kirchengemeinde und den Förderverein für Kirchenmusik in der Lutherkirche, der den Großteil der 70.000 Euro teuren Revision übernimmt. Bei unserer beliebten Pfandspendenaktion ist wieder ein stolzer Betrag zusammengekommen, den Kaufmann Ronny Lunze traditionell auf 1000 Euro aufgerundet und nun an Pfarrerin Petra Rau im Namen seiner Kunden für das Vorhaben übergeben hat.

Sauer-Orgel klingt brillant und erzeugt Gänsehaut
„Unsere Sauer-Orgel klingt einfach brillant und erzeugt mit ihrem warmen, umfassenden Klang bei den Zuhörern jedes Mal eine richtige Gänsehaut. Unter unseren Gemeindemitgliedern wird sie fast schon wie eine Art Lebewesen gesehen, und viele erkundigen sich regelmäßig nach dem aktuellen Zustand“, beschreibt Pfarrerin Petra Rau, die seit 17 Jahren in Bad Harzburg aktiv ist, den Stellenwert der Sauer-Orgel für ihre Gemeinde. „Wir haben mit Karsten Krüger einen ambitionierten Organisten und Propsteikantor, der mit seinem Spiel die Kirche für viele Menschen öffnet und im musikalischen Sinne in seinen Bann zieht.“

2000/2001 hat eine Fachfirma die „Königin der Instrumente“ von Grund auf saniert und den ursprünglichen Zustand wiederhergestellt. Turnusmäßig ist nach rund 15 Jahren eigentlich eine Revision, also Grundreinigung, nötig. Doch aufgrund der staubintensiven Freilegung der Quensen-Malereien in der Lutherkirche, die sich seit 2013 bis dato hinziehen, musste das Projekt immer wieder verschoben werden. Petra Rau: „Dadurch ist die Verschmutzung leider um so größer geworden und die Revision umso überfälliger.“

Grundreinigung startet im Januar 2026
Der Staub dringt nämlich über die Jahre in die technische Anlage ein, legt sich auf Lederteile wie Bälge und Membranen. Er lagert sich aber auch auf den Pfeifen ab, worunter die Intonation leiden kann. Die Mitarbeiter der Orgelwerkstatt Scheffler beginnen im Januar 2026 mit den rund vier Monate dauernden Arbeiten. Dafür baut die Fachfirma alle Pfeifen und das Innere der Sauer-Orgel aus und entstaubt alles gründlich. 20.000 Euro der insgesamt 70.000 Euro teuren Revision steuert die Landeskirche bei, den Rest trägt der Förderverein für Kirchenmusik in der Lutherkirche durch Spenden. “Die Pfandbonaktion hilft dabei, erwartete Mehrkosten aufzufangen bzw. die Arbeitskosten an der Peripherie zu tragen, wie die Säuberung des Gehäuses und unvorhergesehene Kosten wie bei jeder Baumaßnahme. Außerdem unterstützt sie, dass das letzte Stück der Deckenwand hinter der Orgel im Zuge der Revision nun auch fertig gestellt werden kann”, bilanziert Petra Rau.


“Finanzielle Hilfe und tolle Werbung”

Im Sinne der christlichen Nächstenliebe ist Pfarrerin Petra Rau vom Prinzip der Pfandspendenaktion im E‑Center Lunze in Bad Harzburg fasziniert: „Ich finde es jedes Mal wieder beeindruckend, wenn viele Menschen einen kleinen Teil geben und dadurch ein schönes, großes Ganzes entsteht – so läuft es ja auch bei der Revision der Sauer-Orgel.“ Außerdem sei sie nicht nur für die finanzielle Hilfe sehr dankbar, sondern auch für die tolle Werbung, um das „Mammutprojekt“ ihrer Kirchengemeinde bekannter zu machen, in Erinnerung zu rufen und das Interesse daran zu verstärken.