
Ob Ehepaare, Lebenspartner, Mutter-Tochter-Duos oder Verwandte: Unser buntes Team ist nicht nur sprichwörtlich wie eine große Familie. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind tatsächlich familiär oder aus Liebe verbunden – und sorgen gemeinsam dafür, dass der Einkauf in den E‑Centern Lunze zu etwas ganz Besonderem wird. Die größte „Familien-Fraktion“ in unserem Markt Am Güterbahnhof ist mittlerweile die Familie Paparyha. Mutter Nadiia, ihr Ehemann, Tochter Yevheniia und Sohn Vasyl stammen aus der Ukraine. Sie mussten ihr Zuhause aufgrund des russischen Angriffskrieges verlassen und haben bei uns eine neue (berufliche) Heimat gefunden.
Familie Paparyha flieht vor den Bomben
Als Russland im Februar 2022 überraschend die Ukraine angegriffen hat, hegte Familie Paparyha noch die Hoffnung, dass der Krieg schnell vorbei ist. Doch dieser Wunsch hat sich bis heute nicht erfüllt. „Es war ein Leben in ständiger Angst, wann und wo die nächste Bombe einschlägt. Wir haben das einfach nicht mehr ausgehalten und wollten unsere Kinder in Sicherheit bringen“, erinnert sich Nadiia Paparyha zurück. Dafür hat die Familie ihr Haus mit schönem Garten und ihr materielles Leben in der Stadt Rachiw, nahe der rumänischen Grenze aufgegeben.

Durch eine Cousine, die schon in Goslar lebte, und einen liebevollen Aufruf einer ehrenamtlichen Helferin, hat die Familie schließlich eine Wohnung in Bettingerode gefunden. Die 38-Jährige und ihr Ehemann haben sofort einen Sprach- und Integrationskurs gestartet und nach Arbeit gesucht. Beide wollten dem Staat nicht auf der Tasche liegen, sondern selbstverständlich ihr Geld so weit wie möglich eigenständig verdienen. Durch ein Praktikum beim Jobcenter ist Nadiia Paparyha in unserem Markt Am Güterbahnhof gelandet und schnell Teil des Teams geworden. Seit knapp 2 Jahren arbeitet sie schon bei uns, zuerst in der Metzgerei, mittlerweile ist sie für das Trockensortiment zuständig und hilft in der Mopro aus.
Zwei Generationen zwischen alter & neuer Heimat


Der schnelle Arbeitsbeginn hatte und hat für Nadiia Paparyha auch eine therapeutische Wirkung. „Wenn ich alleine Zuhause bin, mache ich mir sehr viele Gedanken um eine Familie in der Heimat. Mein Bruder ist Soldat an der Front. Auf der Arbeit, wenn ich mich konzentrieren muss, kann ich diese Sorgen für einen Moment vergessen, darüber bin ich sehr glücklich!“. Während die Mutter nach dem Ende des Krieges zurück in ihre alte Heimat möchte, sehen das ihre beiden Kinder anders. „Nachdem wir in der Ukraine alles hinter uns lassen mussten, haben wir hier eine neue Sprache gelernt, neue Freunde gefunden und uns ein neues Leben aufgebaut. Deutschland ist unsere neue Heimat und wir wollen gerne hier bleiben. Aber natürlich wollen wir hoffentlich bald in Zukunft auch mal in die Ukraine zurückfahren und gucken, was aus ihr geworden ist“, erzählen Yevheniia (17) und Vasyl (16) Paparyha. Beide gehen auf das Werner-von-Siemens-Gymnasium, arbeiten auf Minijob-Basis bei uns und sind bestens in unser Team integriert.